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99.Downloads und Opendownload: Doppelt abgezockt durch Adresshandel

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SeBi

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Samstag, 15. August 2009, 13:50

99.Downloads und Opendownload: Doppelt abgezockt durch Adresshandel

99.Downloads und Opendownload: Doppelt abgezockt durch Adresshandel

Die Berliner Schülerin Silke Gliese (20) war weder auf der Internetseite 99downloads aus Hamburg noch auf der Seite Opendownload aus Mannheim (Baden-Württemberg), auf denen man eigentlich Kostenlosprogramme für eine Jahresgebühr von 60 oder 96 Euro herunterladen kann. Dennoch verlangen die Betreiber über ihre Anwälte Sven Schulze (99.downloads, Liebestest) und Olaf Wolfgang Tank (opendownload, Win-Loads, Redcio OHG, vormals Gebrüder Schmidtlein) die jeweilige Abogebühr plus 44 Euro pro Anwalt.

Silke Gliese fragt: "Wie kommen die Inkassoanwälte an meine Adresse?"

Die Antwort findet GoMoPa bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main in Hessen. Dort laufen alle Anzeigen gegen Kostenlosfallen im Internet ein. Das Anzeigenaufkommen hat sich seit dem Vorjahr nicht nur verzweieinhalbfacht. Der Staatsanwaltschaft fiel dabei noch etwas inhaltlich Neues auf. Pressesprecherin
der Staatsanwaltschaft Doris Möller-Scheu sagte GoMoPa: "Waren es 2008 noch 6.000 Betrugsanzeigen, sind es inzwischen 15.000. Dabei fiel uns auf, dass sehr viele Anzeigen glaubhaft versicherten, nie auf einer der Abofallenseite gewesen zu sein."

Wie kommen die Betreiber und ihre Anwälte an die Kundendaten?

Staatsanwältin Möller-Scheu: "Wir haben den dringenden Verdacht, dass Daten von Surfern durch Tricks erlangt und dann unberechtigterweise weitergegeben worden sind. Im Fall der doppelten Inkassopost haben die Inkassoanwälte oder die dazugehörenden Firmen offenbar dieselbe Adressendatei gekauft."

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat am 17. März 2009 in Frankfurt und Umgebung zehn Objekte und Wohnungen der Abofallenbetreiber Michael Burat und Villiam und Robert Adamca durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Auf der Seite My-download.de verlangte Villiam Adamca 96 Euro Jahresgebühr für nichts. Möller-Scheu: "Ergebnisse liegen noch nicht vor."

Um in großem Stil an Adressdaten für ihre Inkassoanwälte zu gelangen, werben die Abofallenseitenbetreiber für ein Taschengeld bedürftigen Frauen und Männer als Lockvögel an. Diese melden beinahe jeden Tag auf ihre Namen zu den meistgesuchten Begriffen neutrale Seiten im Internet und schalten bei der Suchmaschine Google bezahlte Anzeigen.

Über Adsense bzw. Adwords landen diese Ergebnisse, zum Beispiel Hausaufgaben-Land.com, stets auf den ersten bezahlten Eintrag und lassen bei den beliebtesten Begriffen viele Millionen Links hinter sich.

GoMoPa machte den Test und gab in Google-Suchmaske den Begriff Openoffice ein. Ein kostenloses Schreibprogramm. Google zeigte 29 Millionen Links an. GoMoPa testete die Anzeigen 1 bis 5 von den 29 Millionen Links. Das Ergebnis war erschreckend. Alle führten zuerst auf eine neutrale Seite. Klickt man dort auf den Button Download, wird man zu einer Abzock-Falle umgeleitet. Gibt man da seine Adresse ein, hat man in den nächsten Tagen prompt eine Mahnung über eine saftige Jahresgebühr im Briefkasten.

Behörden und Verbraucherverbände raten einhellig: Niemals zahlen! Sollte gar ein Gerichtlicher Mahnbescheid kommen, innerhalb von 14 Tagen widersprechen.

Quelle gomopa.net